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03.05.2018

Stohl (Schwedeneck) - Kiel

Hape Kerkeling ist vor längerer Zeit den Jakobsweg gelaufen und hat es in seinem Buch beschrieben. Der Weg gibt einem, was man braucht (the way provides)…also, was man wirklich braucht.

Am 2. Mai habe ich mich zeitig auf den Weg gemacht, es standen rund 27 Kilometer auf dem Plan. Da ich ja am Vortag die letzten Kilometer mit dem Bus gefahren bin, habe ich einen typischen Anfängerfehler gemacht, bin einfach den Andreaskreuzen hinterher, bis ich ein paar schöne Fotos von meinem Schatten gemacht habe und denke: öh, Sonne im Rücken? Bin ich auf dem rechten Weg? Nein, natürlich nicht, das heisst ich bin schon auf dem E1, aber zurück nach Dänisch Nienhof und da wollte ich nun wirklich nicht hin. Auf dem GPS habe ich gesehen, dass ich der Strasse entlang abkürzen kann und mache mich flott auf den Weg um die verlorene Zeit wieder einzuholen. Kurz sehe ich eine Gestalt mit Rucksack, sie ist aber in der anderen Richtung unterwegs, darum hurtig weiter.

Etwas später prüfe ich, ob ich den Abzweiger zur Küste und damit den Weg zurück auf den E1 schon erreicht habe, da bemerke ich, dass die Gestalt von vorhin hinter mir her hetzt. Ich bleibe stehen, sie holt auf, wir grüssen uns, ja, wir sind beide auf dem Weg nach Kiel, sie allerdings überbrückt eine Strecke, wo es keinen Pilgerweg gibt um in Kiel dann wieder auf dem Pilgerweg weiterzuwandern.

Wir schliessen uns für den Tag zusammen und laufen plaudernd zügig weiter. Zudem scheint die Sonne und auf dem Weg, beim Leuchtturm, hat es doch tatsächlich auch noch ein Café und um den Morgen abzurunden, es hat auch noch offen. So hatten wir das bestellt, die Ellen und ich…

Ellen, falls du das hier zufällig lesen solltest: Danke für den kurzweiligen Tag und für deine Begleitung, ich habe es sehr genossen und die Kilometer sind nur so dahingeschmolzen. Alles Gute für deine weiteren Pilgerstrecken!

Steilkueste_1.jpg

ja, da links geht es ganz schön steil und weit runter…

Kueste.jpg

….ahhhhh….

Leuchtturm.jpg

….und das Café hatte offen!

Hafen.jpg

…einer von vielen…

Am 3. Mai habe ich in Kiel einen Ruhetag eingeschoben. Tagesziel: Wäsche waschen und Schiffe gucken.

Da sie im Hotel meine Reservation für den 2. Tag verbummelt hatten, durfte ich am Morgen - wie gewohnt - zuerst mein Gepäck wieder bereitstellen, ich darf für die zweite Nacht in ein anderes, besseres Zimmer umziehen. Dann meine Wäsche in den Tagesrucksack gestopft und losmarschiert zum Eco Waschsalon. Etwas was ich überhaupt nicht zur Kenntnis genommen hatte, vor 10 Uhr kostetet die Maschine 50 Cent weniger, also 2.50 anstatt 3 Euro und damit war der Waschsalon so ziemlich brechend voll mit all den Leuten, die sparen müssen, die Frühmorgens schon ihren Wodka mit dabei haben, aber auch mit Menschen, die zu einer anderen Tageszeit einfach nicht dazu kommen ihre Wäsche zu waschen. Ich vermute mal, das geht hier schon seit 6 Uhr morgens so.

Es scheint in den deutschen Städten durchaus noch üblich zu sein, seine Wäsche im Waschsalon zu waschen. Da gab es richtige Profis die genau wussten wann eine ihrer drei oder vier Maschinen fertig ist und wie z.B. die Mangel effizient genutzt werden kann (1 Euro für 10 Minuten, da muss man schon wissen, wie man die Bettwäsche schnell durch die Rollen gedrückt bekommt).

45 Minuten später ist auch meine Wäsche fertig, es ist jetzt 10:15 Uhr und der Waschsalon, bis auf mich und zwei Männer, leer. Ich packe meine feuchten Kleider wieder in den Rucksack und hoffe, dass mein Zimmer bereit ist und ich alles aufhängen kann.

Später bin ich dann - gaaaaanz laaaaangsam - ans Wasser runtermarschiert und habe die Schiffe gesucht. Ist leider noch nicht viel los, ausser einem Fähr- und einem Kreuzfahrtschiff ist nichts im Hafen, es ist nicht viel los. Ich laufe also die Bucht entlang zu den Sporthafen, auch dort ist noch nicht viel los, die einzigen die es so kurzfristig auf das Wasser zieht, sind die Kanuten, von denen es hier einige gibt.

Fazit: Tageziel Wäsche waschen -> check; Schiffe gucken -> check; Ruhepause? Nicht wirklich, es sind ruckzuck wieder 15 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Blenny - 17:46:01 @ E1, Philosophieren | 5 Kommentare

  1. Rainer Minnerop

    03.05.2018

    Hi.
    Ich erinnere mich gut an die enge Stelle, die du auf dem ersten Bild zeigst. Genau das gleiche Foto habe ich auch gemacht. Es ist toll deine Eindrücke von der Strecke zu lesen, die ich im Herbst gelaufen bin.
    Ich bin jetzt kurz vor Bispingen. Ich bin gespannt, ob du mich einholt. :-)

    LG…. Rainer

  2. Blenny

    06.05.2018

    Hallo Rainer, kann gut sein, dass ich dich einhole, mir gehen nämlich wegen Auffahrt die Übernachtungsmöglichkeiten aus und ich muss vielleicht ein paar Etappen mit dem ÖV überspringen.
    Grüsse
    Christina

  3. Rainer Minnerop

    11.05.2018

    Hi.

    Das wird nach Hamburg nicht besser! Ohne Buchen musst du mit dem Zelt im Wald schlafen, im Ernst!

    LG … Rainer

  4. Blenny

    12.05.2018

    Hallo Rainer, ja, das ist mir eben klar geworden. Darum hab ich in Travemünde meine Hausaufgaben gemacht und mal bis zum 29. Mai voraus gebucht. Jetzt mach ich jeden Abend - je nach Verfügbarkeit - weiter. Dabei folge ich übrigens zum grossen Teil deinen Spuren, resp. Etappen. Danke, dass du so detailliert beschreibst wo du bist, welche Distanzen du läufst und wl du nächtigst…

  5. Rainer Minnerop

    23.05.2018

    Ich war ja auch auf dem Johmshof, wirklich sehr preiswert, und eine nette Vermieterin. Ich bin auch mit schmerzenden Füßen Richtung Edeka gelaufen, und habe bei dem Griechen daneben gegessen. Ist wirklich eigenartig und schön die Bilder und Geschichten bei dir wieder zu lesen, die ich ja vor kurzem selbst erlebt habe.

    Weiterhin alles Gute!
    Rainer

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