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06.06.2018

Steinhude - Bad Nenndorf - Bad Münder - Hameln (667 km)

Am 31. Mai ist dann mein Besuch eingetroffen. Wir haben noch ein paar Sachen für die Tour und für das Frühstück eingekauft, sind früh schlafen gegangen und am 1. Juni dann auch zeitig wieder auf.

Die heutige Etappe sollte bis Bad Nenndorf (25.9 km) gehen. Wir laufen frohen Mutes los und marschieren dem Steinhuder Meer entlang, kommen bald in einen schönen Wald, wo wir erst mal halt machen und mehrere Schickten Antribrumm und Zedane auftragen während wir von Wolken von Mücke umschwärmt werden.

Nach rund 13 Kilometern wollen wir uns eine grössere Pause gönnen. Kurz nach Idensen finden wir einen gemütlichen Rastplatz, richten uns ein und quatschen ein wenig, als sich im Hintergrund ein Grummeln in unser Gespräch einmischt. Eine Frau aus dem Ort, die mit ihren Hunden unterwegs ist, macht abruppt kehrt auf ihrem Spaziergang und fragt uns, was wir denn noch draussen machen und überhaupt, wo wir denn heute noch hinwollen. Auf unsere Antwort: Bad Nenndorf, meint sie schockiert, ja hört ihr denn nicht, dass ein Gewitter unterwegs ist? Da sind in letzter Zeit viele gestorben deswegen und wir sollten uns so rasch wie möglich vom Acker machen. Bloss, wir sind zu Fuss unterwegs und was heisst in diesem Zusammenhang “vom Acker machen”. Wir stehen einen Weile etwas belämmert rum und versuchen rauszufinden woher das Gewitter kommt und wohin es weiterzieht. Wir sehen nicht wirklich Blitze, dafür donnert es ohne Unterbrechung. Wir werden nicht schlau daraus, aber nach meiner Erfahrung beim letzten Gewitter, will ich mich nicht mittens im Wald aufhalten, wenn es über uns herbrechen sollte.

Gemäss Navi können wir auf der Strasse um den Wald herum. Ist nicht wirklich weiter, aber vielleicht besser erschlossen mit Gebäuden wo wir uns unterstellen könnten oder mit Bushäuschen wo wir dann unter Umständen auch noch den einen oder anderen Bus erwischen könnten. Wir laufen also los und werden mit dem Grummeln und dem dunkler werdenden Himmel immer schneller. Irgendwann ist es kein gemütliches Laufen mehr, sondern eher eine Jagd. Wir entschliessen uns also in Haste zuerst mal am Bahnhof vorbeizuschauen und siehe da, auch auf den elektronsichen Anzeigen wird vor dem Gewitter bereits gewarnt. Natürlich ist die Warnung nicht für uns Wanderer, sondern eher um darauf aufmerksam zu machen, dass demnächste hier die Verspätungen und Ausfälle wegen dem Gewitter aufgeführt werden.

Wir zögern nicht lange und fahren die eine Station mit dem Zug. In Bad Nenndorf orientieren wir uns kurz, laufen los in Richtung Hotel, wo es uns rund 100 Meter vorher doch noch mit dem Regen erwischt. Knapp 20 Meter vor dem Hotel beginnt es richtig stark zu regenen, so dass wir dann doch einigermassen durchnässt an der Rezeption stehen. Das Gewitter in Bad Nenndorf ist nicht der Rede wert und regnen tut es auch nicht lange, so dass wir kurze Zeit später beim Italiener auf der Sonnenterrasse sitzen und unser Abendessen geniessen.

Am nächsten Morgen machen wir den Anfängerfehler Nummer 1: wir laufen in die falsche Richtung los und merken es, quasselnd und diskutierend, erst rund 5 Kilometer später, als wir bei der Autobahn nirgends auf die andere Seite gelangen können. Eine Spatziergängerin erklärt uns den kürzesten Weg wie wir die Autobahn unterqueren können und wieder auf unseren Track über den Deister gelangen. Mir verhagelt es etwas die Stimmung, die Etappe wäre ohne Umwege schon 30 Kilometer und ich kann nicht abschätzen, wie viele Zusatzkilometer wir uns mit diesem Umweg angetan haben. Es ändert nichts, wir sind auf dem Track und müssen weiter. Immerhin ist es den ganzen Tag nicht zu heiss, es bleibt trocken und die Mücken haben sich auch andere Opfer gesucht.

Die Berge sind ja nicht wirklich hoch, aber die Wege auf die Höhen gehen meist schnurgeradeaus direkt auf den höchsten Punkt. Es ist ein rauf und runter und rauf und runter. Wir diskutieren da und dort, ob wir auf dem Weg bleiben oder irgendwo doch abkürzen. Am Ende des Tages können wir wählen nach Springe zu laufen und dort zu schauen, ob es einen Bus nach Bad Münder gibt. Ode aber, wir gehen ab dem Forsthaus direkt nach Bad Münder und lassen die letzte Kurve vor Springe aus. Wir entscheiden uns für den direkten Weg, rufen von unterwegs noch kurz die Unterkunft an, weil es mittlerweil schon recht spät ist und wir beide langsam müde sind. Wir schaffen es noch vor 18 Uhr anzukommen, es sind - trotz aller Abkürzungen noch 32 km geworden, gehen nach einer kurzen Dusche auch gleich wieder los um etwas zu essen und gehen zeitig schlafen.

Am nächsten Morgen müssen wir uns nicht so beeilen, der Tag ist mit rund 20 Kilometer gut machbar, aber uns steckt die Vortagesetappe noch in den Knochen. Unterwegs werden wir mit mehreren Restaurants belohnt, die wir zwar nicht alle, aber doch einige, auch nutzen.

In Hameln haben wir in der Altstadtwiege gebucht. Das Hotel ist schnell gefunden, es liegt sehr zentral in der Altstadt, trotzdem ruhig. Die Zimmer sind grosszügig, liegen nach hinten und haben auch noch einen Balkon. So lässt es sich doch 2 Tage aushalten.

Wir verbringen den Abend im Rattenkrug und feieren die 3 Etappen nach dem Essen mit einem Rattenkiller.

Am nächsten Tag geniessen wir ein spätes Frühstück und bummeln durch die Stadt. Nachdem es die letzten Tage bewölkt, manchmal regnerisch, meist aber trocken und angenehm kühl war, klettern am 4. Juni die Temperaturen wieder hoch und ich hole mir noch eine veritablen Sonnenbrand.

Blenny - 14:37:17 @ Allgemein, E1, Wanderung, Übernachtung | Kommentar hinzufügen

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