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21.05.2018

Blankenese - Mienenbüttel - Handeloh (403 km)

Von meinem Hotel in Blankenese ging ich loss in Richtung Fähranlieger Cranz. Rund 2 km. Die heutige Etappe von Blankenese ginge eigentlich bis Buchholz i.d.H., das wären 38 km gewesen. Zu viel, dass es noch Spass macht, ich plane deshalb “nur” bis Mienenbüttel zu laufen, dass sind am Ende des Tage auch über 30 km.

Kaum biege ich beim Fähranleger um die Ecke, sehe ich auch schon die Fähre anlege. Das passt ja mal wieder. Die Fähre habe ich dann für mich (also der Kapitän und ein Matrose waren auch noch drauf).

Blankenese.jpg
Auf der Fähre…ein Blick zurück nach Blankenese. Adieu Hamburg!

Cranzfaehre.jpg
Cranzfähre an der Station Neufelde.

Man läuft zu Beginn dieser Etappe viel auf den alten Dämmen, muss bei jeder Kreuzung und jeder Hofeinfahrt runter vom Damm und auf der anderen Seite wieder rauf. Das gibt schon ein paar ordnentliche Höhenmeter. Danach kommt man in die Obstschule, über Kilometer sieht man nichts als Obstbäume, dazwischen immer mal wieder Weiden, vor allem mit Pferden, aber auch Kühe hat es einige. Die Wege sind deswegen oft über weite Strecken schnurgerade durch die Landschaft gezogen. Ich laufe Kilometer um Kilometer und habe den Eindruck, dass ich bald wieder in Hamburg bin, nur eben auf der anderen Elbeseite.

Irgendwann komme ich dann in eine ländlichere Gegend, das heisst ich komme in Wälder und bemerke, dass ich mich der Heide nähere. Die Böden sind sandiger und leicht federnd. Ich freue mich darauf, bald in der Heide zu sein.

Fischbeker_Heide.jpg
Fischbeker Heide…

Specht.jpg
…und keine 5 Meter neben dem Weg ein Specht.

Abends komme ich kurz nach 16 Uhr im Landhaus Mienenbüttel an und stehe vor verschlossener Türe. Sie haben bis 14 Uhr und dann erst ab 17 Uhr wieder offen. Irgendwie kann ich es ja verstehen, es ist nicht einfach einen Familienbetrieb und die Familie am Laufen zu halten, aber es ärgert mich schon ein wenig, dass ich jetzt auf der Terrasse sitze und das leere, verlassen Bierglas auf dem Nebentisch anstarre und noch so lange warten muss, bis ich endlich einchecken kann.

Dann fährt auch noch ein Van auf den Parkplatz. Er purzeln ungefähr 10 Holländer (Männer und Frauen) aus dem Auto und lautstark diskutierend geht es in Richtung Eingang. Auch sie stehen vor verschlossener Türe, Jungs, Mädels, was denkt ihr den, warum ich hier sitze…

Um 17 Uhr schliesst die Chefin auf und ich sorge dafür, dass ich auch zuerst drinnen bin. Die Holländer haben sich in der Zwischenzeit vermehrt und es  kommen immer noch mehr dazu. Sie nehmen am Roparun teil, einem Charityrun (Laufen oder Radfahren) der am Pfingstsamstag in Hamburg startet und bis Rotterdam geht. Ich kann also froh sein, dass ich noch das letzte freie Raucherzimmer bekommen habe, denn weitere Teilnehmergruppen haben sich überall in den umliegenden Hotels eingemietet.

Ich gehe mich erst mal frisch machen und komm dann zum Abendessen zurück in den Gastraum. Die Holländer haben schon mal Feierlaune und kippen Bier auf Bier (wie wollen die Morgen denn noch Laufen). Es ist unglaublich laut, nach mehreren Tagen in den grossen, tiefen Wäldern mit nichts als den Wildtieren und dem Wind als Begleitung ist es fast unterträglich. Ich stopfe mein Essen rein, bezahle und zieh mich in mein Zimmer zurück. Hoffentlich ist auch bei den Holländern bald Nachtruhe.

Landhaus_Mienenbuettel.jpg

Mein grosszügiges Bad im Landhaus Mienenbüttel. Es ist genau so eng, wie es aussieht, es ist nicht möglich sich gerade auf die Toilette zu setzen und wenn man in die Dusche will, dann passen die Füsse kaum zwischen Wand und Toiletter durch. Aber alles da, alles sauber und alles hat funktioniert. Das mit dem Raucherzimmer war auch nicht so schlimm, hat man kaum gemerkt.

Am nächsten Morgen bin ich früh beim Frühstück, nicht weil ich eine so lange Etappe vor mir habe, sondern weil ich nicht mit der ganzen Gruppe der Holländer am Buffet anstehen möchte. Der Plan geht auf und ich bin früh unterwegs, schlage mich wieder in die Büsche und Wälder und habe schon bald wieder meine Ruhe.

Blenny - 12:16:00 @ E1, Wanderung, Übernachtung | Kommentar hinzufügen

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